Warum Bio?

Als "Kind vom Land" habe ich mich schon früh gefragt, warum man eine Pflanze totspritzt, wenn man ihre Früchte essen will, zu beobachten auf konventionellen Kartoffelfeldern, wenn das Blattwerk nach dem Spritzen erstmal gelb und dann braun wird und sich das Land hektarweise in trauriges Ödland verwandelt. Inzwischen weiß man, dass es anders und besser geht, viele Bauern haben in unserer Region inzwischen auf Bio umgestellt und Dithmarschen hat sich zum größten Bioanbaugebiet Norddeutschlands entwickelt.

Nachdem ich den Pensionsbetrieb im Jahr 2001 von meinen Eltern übernommen habe, verschwanden als erstes Fleisch und Fisch von der Speisekarte.  Seitdem kochen wir vegetarisch, inzwischen auch ayurvedisch, vegan, auf Wunsch auch gluten- oder laktosefrei. Das Essen ist neben den Seminaren zu unserem Markenzeichen geworden. Wir machen Brötchen und Brot, Kuchen und Torten selber, kochen Marmeladen und Chutneys und lieben es, Gemüse direkt aus dem Garten und vom Feld zu leckeren Gerichten zu verarbeiten.

Über Bioland kam ich in Kontakt mit dem Verein der Bio-Hotels. Ich wünschte mir eine Vernetzung mit anderen Kolleginnen und Kollegen und wurde 2013 Mitglied. Der ständige Austausch über Themen, mit denen wir uns im Einzelnen und in der Gruppe auseinandersetzen, das jährliche Vereinsmeeting und gegenseitige Besuche sind eine große Bereicherung für das Haus am Watt.

Auch unsere Weiden und Ackerflächen sind Bio-zertifiziert. Den Acker bewirtschaftet unser Gemüsebauer Jan Schütt, der uns das Gemüse direkt vom Feld in die Küche bringt. In unserem Küchengarten bauen wir Obst, Gemüse und Salat nach Permakultur-Richtlinien an. Auf den Weiden laufen unsere 4 Ponys und 2 Pferde und erfreuen sich eines entspannten Rentnerlebens.

Unsere Philosophie ist es, zu nutzen, was der Boden und die Region uns bieten, vieles selber anzubauen und das, was wir nicht selber produzieren, von Partnerbetrieben aus der Region zu beziehen. Bio bedeutet für uns, darauf zu achten, woher etwas kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde.

Chamiene Ehlers-Witt

No Waste

No waste: In unserer Küche vermeiden wir Abfälle. Es ist uns zur Tugend und Freude geworden, Reste weiter zu verwerten. Ofengemüse wird am nächsten Tag zu Aufstrichen, Getreidebrei vom Morgen abends zur Grundlage für Bratlinge und Brötchen weiter verarbeitet. Über Tellerreste freuen sich unsere 30 Hühner und bedanken sich morgens mit leckeren Frühstückseiern. Manchmal legen sie nicht genug, so dass nicht jeder Gast jeden Tag ein Ei bekommt. Dann bitten wir um Verständnis und vertrösten auf den nächsten oder übernächsten Tag.